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Pluralismus

Das Wort „Pluralismus“ kommt aus dem Lateinischen und steht für „Vielfalt“. Mit Vielfalt ist dabei gemeint, dass in einer Gesellschaft verschiedene Wertvorstellungen, Interessen und Denkweisen existieren dürfen. Pluralismus ist vor allem ein Begriff aus der Politikwissenschaft und wird insbesondere in der Demokratie wie in der Staatsform der Bundesrepublik Deutschland gelebt.

Pluralismus

Schon wenn man die einzelnen Parteien in Deutschland betrachtet, kann man den Pluralismus erkennen.

Schon wenn man die einzelnen Parteien in Deutschland betrachtet, kann man den Pluralismus erkennen. Sie alle haben unterschiedliche Parteiprogramme, vertreten verschiedene Wertevorstellungen und setzen sich für unterschiedliche Ziele sowie Gesellschaftsgruppen und Themen ein.

Wäre dies in Deutschland nicht möglich, wären verschiedene Parteien und Interessensvertretungen sowie Verbände gar nicht möglich. Es könnte entweder nur eine Partei geben oder alle Parteien müssten dasselbe Programm vertreten. Auch hätte dann gar nicht jeder Bürger die Möglichkeit, die Volksvertreter zu wählen, die seine Interessen und Werte am besten vertreten, sondern müsste mit damit leben, dass nur bestimmte Werte und Vorstellungen existieren, darüber hinaus aber nichts.

Die Demokratie lebt vom Pluralismus, denn sie bedeutet die Herrschaft des Volkes. In einem Volk gibt es aber unterschiedliche gesellschaftliche Schichten und Gruppen, verschiedene Religionen, Einstellungen, Denkweisen und vieles mehr. Außerdem sind in den Grundprinzipien einer Demokratie freie Wahlen verankert und dies kann nur möglich sein, wenn man unterschiedliche Denkweisen und Einstellungen zulässt.

Auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, nämlich in den Grundrechten, ist der Pluralismus verankert. Darunter fallen beispielsweise die Versammlungsfreiheit, die Berufsfreiheit, das wahlrecht oder auch die Vereinigungsfreiheit. Ein weiteres Beispiel ist die Religionsfreiheit.

Im Gegensatz zur Demokratie ist in einer Hegemonie kein Pluralismus möglich. Hier wird durch die Staatsmacht eine strikte Richtung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, religiösen und zum Teil auch gesellschaftlichen Vorstellungen und Interessen vorgegeben. Eine andere Meinung zu diesen Dingen zu haben, mag vielleicht möglich sein, aber eine Umsetzung oder Auslebung ist nicht möglich und auch nicht gewollt.

Pluralismus ist weiterhin in Staaten unmöglich, in der die Regierung durch ein Machtzentrum wie zum Beispiel eine Diktatur erfolgt. Pluralismus setzt sich wie in Deutschland durch verschiedene Gruppen oder Institutionen zusammen, auf die die Macht verteilt ist. Nur so können die Interessen und Werte vieler vertreten werden. Ein Machtzentrum wie in einer Hegemonie oder in einer Diktatur verhindert dies.

Die Demokratie in ihrer perfekten Form, die genau dem Pluralismus entsprechen würde, wäre eine Polyarchie. Die Polyarchie ist eine so genannte „Vielherrschaft“ mit einer Art von freiem Wettbewerb um die politische Vertretung und die Möglichkeit aller Bürger zur Mitwirkung an der Regierung.

Zum großen Teil ist dies in der Demokratie der Bundesrepublik erfüllt. Durch die Wahlen hat jeder Bürger die Möglichkeit, an der Regierung teilzuhaben. Jedoch kann er nicht in Person Teil der Regierung sein, sondern wird durch seine gewählte Partei vertreten. Ebenso kann man die Wahlen als den politischen Wettbewerb und die Macht betrachten. Es ist jedoch kein uneingeschränkt freier Wettbewerb, da beispielsweise nur Parteien, die nicht gegen die Grundsätze der Bundesrepublik verstoßen, möglich sind.

Pluralismus spiegelt sich in Deutschland politisch und gesellschaftlich wider und ist ein Gut, dass keinesfalls vernachlässigt oder unterschätzt werden sollte. Nur dank diesem ist unser Leben in dieser Form möglich.