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Hegemonie

Die Hegemonie ist eine Staatsform, in der einer bestimmten Schicht die Herrschaft über den Staat oder den Souverän (Volk) zukommt. Die Übergänge der Hegemonie zur Diktatur sind in vielen Bereichen fließend und unterscheiden sich oft nur dadurch, dass an der Spitze kein Alleinherrscher steht, der diktatorisch und absolutistisch regiert.

Schon hier wird sichtbar, dass in verschiedenen Staatsformen Anteile von Hegemonie in vielerlei Staatformen vorkommen:

  1. im Absolutismus
  2. in der Oligarchie
  3. der Diktatur

In all diesen Staatsformen geht es zumeist um eine Ideologie und Gleichschaltung des Souveräns (Volk). Wer sich dagegen auflehnt wird entsprechend sanktioniert. Wie ein Land zu einer Hegemonie “verkommen” kann, kann der Zuschauer live im Fernsehen miterleben. Wo demokratische Ansätze ins Gegenteil verkehrt werden. Ob es das Aussprechen von Fatwas in Ägypten ist, wo die Partei der Muslimbrüder aus der Revolution die Umkehrung aller demokratischen Ansätze wegen zu starker religiöser Einflüsse versucht. Ähnliches passiert am Bosporus, wo eine Klasse der Hegemonie, vertreten durch den türkischen Ministerpräsident versucht, die Interessen seiner Klasse absolut durchzusetzen versucht.

Hegemonie

Die Hegemonie, wo Militär, Wirtschaft, Religion, Politik und Kultur ihre alleinigen Interessen absolut setzen, ist ein Versagen am Volk.

Macht verändert

Die Hegemonie, wo Militär, Wirtschaft, Religion, Politik und Kultur ihre alleinigen Interessen absolut setzen, ist ein Versagen am Volk. Das bedeutet, dass in der Hegemonie eine monokausale Staatform auftritt, die es zum Stillstand der Gesellschaft kommen lässt. Oft spielen Restauration und Renaissance “verklärter” ehemaliger Zeiten für diese Sicht eine Rolle. Ein Fortbewegen und ein “Aggiornamento” (mit der Zeit gehen), hat darin kein Platz. Es kommt zu den üblichen Formen der Unterdrückung. Doch wie viel Unterdrückung hält eine Gesellschaft aus? Wie lange spielen gleichgeschaltete Machtinstrumentarien wie Fernsehen, Presse und andere Gleichschaltungsapparate damit?

Nicht nur in die Vergangenheit schauen

Wer Hegemonie sagt, der schaut unweigerlich in die Vergangenheit und meint, dass das etwas ist, was gestern war. Doch der Blick trügt. In der Geschichte finden sich exemplarische Beispiele für die Hegemonie, die dem Pluralismus und Polyarchie entgegensteht. Das Machtzentrum in der Hegemonie spielt eine dominante Rolle. Es ist Sitz aller zentralistisch gesteuerter Überwachungs- und Lenkungsstrukturen. Eine Klassisch Hegemonistische Staatforme immer wieder das Römische Reich angeführt. Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte wurde es von über 50 Soldatenkaisern geführt. Die Übermacht des Militärs ist an dieser Zahl deutlich sichtbar. Ähnliche Verhältnisse waren in Athen, Sparta und Makedonien seit Philipp II zu finden. In vielen Staatstheorien, die das Für und Wider der Staatsformen diskutieren, steht immer wieder der zentrale Begriff “des gesunden Menschenverstandes” im Mittelpunkt. Eine Staatsform muss in ihrer Ausprägung das Rechtsbewusstsein der Menschen vermittelbar sein. Wo dies nicht der Fall ist, wird diese Unzufriedenheit auf Dauer zu einem gesellschaftlich explosiven Sprengstoff. Ein “Shitstorm” ist dabei nur eine kleine Kostprobe, wie sich der Wut- und Zornbürger Luft macht.